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Ringen ist ein Kampf und Kraftsport mit Ganzkörpereinsatz ohne weitere Hilfsmittel.

Es werden zwei Stilarten unterschieden:

Freistil: Der gesamte Körper, vom Kopf bis zu den Füßen, gilt als Angriffsfläche. Dieses gilt im Stand- wie auch im Bodenkampf .
Griechisch-Römisch (kurz auch Greco): Nur der Körper oberhalb der Gürtellinie gilt als Angriffsfläche. Dieses gilt im Stand- wie auch im Bodenkampf.


Es ist nicht zu verwechseln mit dem "Catchen", der amerikanischen Show- und Sonderform des Freestyle-Wrestlings - es hat beim Menschen vielmehr etwas mit Lust zu tun, seine Kräfte auf faire Weise mit anderen zu messen. Aber auch mit dem Bewegungsdrang von Kindern und Jugendlichen, die immer wieder in Zweikämpfen ihre Kräfte und geistige Beweglichkeit testen. Ein Prozeß, den man in unserer hoch zivilisierten und technisch immer perfekteren Welt fördern sollte. Ringen.. die spielerische Herausforderung für Körper und Geist.

Der deutsche Ringkampfsport begleitet die jungen Menschen bei ihrem Reifeprozeß. Jungen und Mädchen lernen zunächst die Bewegungsvielfalt zwischen Körper und Geist kennen und werden zu einem verantwortlichen Verhalten gegenüber dem Partner oder schwächeren Mitstreitern angeregt. Bevor die Kids entsprechend den Wettkampfregeln ausgebildet werden, steht die Entwicklung koordinativer Fähigkeiten im Vordergrund, jeweils im Einklang mit der Ausbildung technischer Fertigkeiten.

Olympische Tradition

Ringen ist ohne Zweifel eine der ältesten Kampfsportarten. Ausgehend von den klassischen Mittelmeer- und früheuropäischen Bauernkulturen des Nordens, genossen erfolgreiche Kämpfer hohes Ansehen, dienten sie doch als geschickte Krieger und Taktiker zu Leitbildern für die Jugend. Von Anfang an dabei, zählen die deutschen Ringer zu den erfolgreichen Athleten bei Olympiaden, Welt- und Europameisterschaften.

Das Mannschaftsringen

In Deutschland entwickelte sich für Mannschaften ein Ligasystem, bei denen heute Vereine, in unterschiedlichen Leistungsklassen geordnet, gegeneinander antreten. So existieren verschiedene Ligen von der Bundesliga bis zur Bezirksklasse. Die Wettkampfsaison für Mannschaften beginnt im September und endet je nach Anzahl der Klubs in einer Liga im Dezember oder Januar. Die Plazierungen an der Spitze oder am Ende der Tabelle entscheiden über den Auf- und Abstieg einer Mannschaft.

Derzeit gelten für die Männer folgendeGewichtsklassen : 55 kg, 60 kg, 66 kg, 74 kg, 84 kg, 96 kg und 120 kg.

Vereine

stellen auf Basis eines erweiterten Breitensportprogrammes mit der Ergänzung durch ein Leistungssportangebot durchaus eine denkbare Teillösung dar, um den heute vorliegenden Jugendproblemen wie

   motorischen und koordinativen Mängeln in Folge von Bewegungsmangel
   fehlendem sozialen Verhalten in der Gruppe
   Gewalt unter Jugendlichen und
   Jugendkriminalität

entgegenzuwirken. Hierzu zählt auch die Sportart Ringen, die heute leider oft mit dem im Fernsehen verbreiteten Catchen verwechselt wird und deshalb in der Gesellschaft auf viele Vorurteile stößt. Dabei stellt sich diese faire Sportart zunehmend als geeignetes Freizeitvergnügen zum Aggressionsabbau bei Jugendlichen heraus, sofern es durch entsprechend geeignete Vereine betrieben wird. Inzwischen existieren in Deutschland zahlreiche Ringervereine, die vorbildliche Jugendarbeit betreiben, und unter deren Leitung sich Ringen als Idealsport herauskristallisiert.

Unsere Jugendliche handeln so, wie sie als Kinder von uns geprägt wurden. Kinder und Jugendliche haben in der heutigen Zeit immer weniger Möglichkeiten, ihre natürlichen Bedürfnisse (insbesondere Bewegungsdrang, Selbsterfahrung und Abenteuerlust) ausleben zu können und ihre eigenen Grenzen zu erfahren. Sie suchen nach Herausforderungen, Orientierung und Perspektiven und finden oftmals in Jugendgruppen Möglichkeiten zur Selbstbestätigung. Fehlende Erfolgserlebnisse und die Reizüberflutung durch die Medien in einer immer langweiliger und restriktiv empfundenen und von sozialer Kälte dominierten Umwelt führen jedoch dazu, daß einige Jugendgruppen nur noch in extremen Grenzüberschreitungen (kriminelle oder gewalttätige Handlungen, Drogenmißbrauch) eine Identifizierungsmöglichkeit sehen.

Ringen, im Verein oder in den Schulen organisiert, kann diesen Ursachen entgegenwirken und zumindest einigen Jugendlichen Alternativen bieten. Das Bestreben der Jugendlichen, ihre Kräfte mit anderen zu messen, wird hier gezielt von ausgebildeten Trainern aufgegriffen und entsprechend kanalisiert.

Die Ausübung dieser Sportart eröffnet den Kindern und Jugendlichen:

   positive Gemeinschaftserlebnisse
   die Identifikation mit der Schule oder mit dem Verein
   Mitgestaltungschancen im Verein oder in der Schule, beim Training oder bei Turnieren
   die Vergrößerung und Intensivierung von Kontakten
   die Erfahrung, respektiert und nicht ausgegrenzt zu werden, und
   die Erfahrung, auch ohne gewalttätige Aktionen gegen andere oder sich selbst im Blickpunkt öffentlichen Interesses zu stehen.

Desweiteren vermittelt Ringen Kindern und Jugendlichen verantwortungsvolles Verhalten gegenüber dem Partner und ist für Mädchen und Jungen gleichermaßen geeignet. In den USA wird Ringen schon seit Jahrzehnten an den Schulen und Universitäten aktiv betrieben. „Ringen für alle Kinder, weil es Spaß macht und Bewegungsgrundlagen fördert" heißt dort sinngemäß der Slogan. Ringen ist hier mit einem spezifischen Reglement und eigenen Techniken integriert, weil man den hohen Erziehungs- und Bildungswert dieses Sportes erkannt hat.

Wir können das Umfeld unserer Jugendlichen nicht durch Schönfärberei verbessern, sondern nur durch aktives Gestalten mit den Jugendlichen. Das sollte das gemeinsame Ziel aller Ringerverbände Deutschlands sein, und darauf sollte man hin arbeiten.

 
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